Gigi Perez ist nicht gerade subtil, aber Subtilität ist auch nicht immer das Ziel – insbesondere nicht, wenn es um Liebeslieder geht, in denen es um Geheimnisse, Leidenschaft und eine gewisse existentielle Angst geht.
Ihre neueste Single „Chemistry“ erschien am 28. Februar 2025, nachdem sie fast drei Jahre lang angekündigt worden war.
Perez schrieb und produzierte „Chemistry“ mit Aidan Hobbs, der bereits bei einigen früheren Stücken mit ihr zusammengearbeitet hatte.
Die Indie-Folk-Sensation, die zuvor mit dem Überraschungshit „ Sailor Song“ die Herzen (und TikTok-Algorithmen) eroberte , liefert jetzt etwas noch Reichhaltigeres, Komplexeres und, offen gesagt, Ehrlicheres.
„Chemistry“ beginnt mit Perez‘ süßer Stimme, die über ein minimalistisches Akustikarrangement gleitet, bevor sie zu etwas Reichhaltigerem anschwillt, komplett mit elektrischen Beats und atmosphärischen Synthesizern, die den Zuhörer denken lassen könnten: „Moment mal, das ist nicht Ihre übliche Liebesballade.“ Und sie hätten recht.
Gigi Perez „Chemistry“-Songtext erklärt: Eine unverfälschte Erkundung
„Chemistry“ von Gigi Perez untersucht die Seltenheit und Komplexität romantischer Verbindungen und beleuchtet Themen wie Verletzlichkeit, verborgene Beziehungen und emotionale Turbulenzen.
Perez verwendet kraftvolle Metaphern und ehrliche Texte, um den Kampf um die Geheimhaltung persönlicher Beziehungen darzustellen und spiegelt damit universelle Ängste rund um Intimität und Akzeptanz wider.
„Oh, Chemie ist selten, du hast mich auf der Treppe gefickt“, singt Perez und schafft eine Szene, die sowohl intim als auch unangenehm real ist.
Hier haben wir es mit einer Singer-Songwriterin zu tun, die keine Angst hat, sich direkt in ihre Verletzlichkeit zu stürzen und dabei jeden Schein perfekter Liebesgeschichten oder märchenhafter Enden beiseite lässt.
Stattdessen spricht Perez offen über die komplizierte Realität von Beziehungen – die Ängste, Geheimnisse und die pure Freude, trotz alledem loszulassen.
Wenn sie anschließend schreibt: „Wer würde das Biest sehen, das in mir lebt?“, ist klar, dass wir es mit dunklen, verborgenen Gefühlen zu tun haben.
Das ist nicht bloß romantische Chemie, sondern emotionales Chaos, das sich brillant in den abrupten Wechseln des Songs von reduzierten Versen zu üppigen, intensiven Refrains widerspiegelt, die von elektronischen Trommeln und Synthesizern getragen werden.
Hinter den Songtexten: Perez‘ spielerischer (und schmerzhaft langer) kreativer Prozess
Gigi Perez machte auf TikTok offen Witze über die absurd lange Reise hinter „Chemistry“ und gab zu: „Ich wache mitten in der Nacht schweißgebadet auf und denke, ich muss den Gesang für dieses Lied weglassen“, und fügte ironisch hinzu: „Ja, wir haben das Tempo und die Tonart fünfzig Mal geändert.“
So ist Perez eben – sie lacht gerne über sich selbst, während sie ihr Handwerk akribisch perfektioniert.
Die verborgenen Bedeutungen in der Chemie entschlüsseln von Gigi Perez
Perez, eine offen lesbische Frau, lässt im ganzen Lied textliche Andeutungen fallen, die auf eine verborgene, vielleicht sogar verbotene Romanze hindeuten.
Das „geheime Leben“, auf das sie wiederholt Bezug nimmt, könnte Ausdruck der Schwierigkeiten sein, die eigene Sexualität offen auszudrücken.
Die Bilder, in denen sie ihr Geheimnis „an den Baum kettet“ und ein Liebhaber „Wache hält“, deuten auf eine Beziehung hin, die entweder aufgrund persönlicher Bedenken oder gesellschaftlichen Drucks streng gehütet wird.
Fans spekulieren, dass die Geheimhaltung mit gesellschaftlichem oder persönlichem Druck zusammenhängen könnte – etwas, das an Perez‘ Erfolgssong „Sailor Song“ erinnert, eine queere Hymne, die sich mit ähnlichen Themen wie der Liebe und der Belastung durch äußere Einflüsse beschäftigt.
Gigi Perez‘ eigene Worte zu „Chemie“
Perez fasste die Essenz des Tracks in einem Social-Media-Post treffend zusammen: „Ich habe dieses Lied vor drei, vielleicht vier Jahren über die Seltenheit der Chemie geschrieben.“
So einfach es klingt, es erklärt alles – die Frustration, die Heimlichtuerei, die tiefe Intensität.
Manchmal beruht Chemie nicht nur auf Anziehung; es ist ein Gewirr aus Angst, Aufregung und dem chaotischen, strahlenden Chaos einer echten Verbindung.
Was bringt „Chemie“ zum Klingen?
Es ist ganz einfach. Perez singt nicht nur über die Liebe – sie setzt sich mit den Komplexitäten auseinander, die diese mit sich bringt.
Die wiederkehrende Metapher von „Katze und Maus“ und verborgenen Geheimnissen greift universelle Ängste in Bezug auf Intimität, Verletzlichkeit und Akzeptanz auf.
Und seien wir ehrlich: Perez‘ Talent, unverfälschte emotionale Ehrlichkeit mit eingängigen Melodien zu mischen, sorgt dafür, dass die Zuhörer nicht nur mitsummen, sondern es bis ins Mark spüren.
„Chemistry“ markiert einen starken Start in Perez‘ ehrgeiziges bevorstehendes Jahr – ihre erste Headliner-Tour startet in diesem Frühjahr und sie wird Hozier in ganz Nordamerika unterstützen.
Mit „Chemistry“ hat sie erneut bewiesen, warum sie eine der überzeugendsten Künstlerinnen des Indie-Pop ist – furchtlos, echt und niemals vorhersehbar.

